Freitag, 15. April 2011

"Kommunikation"


Ich dachte mir, dass ich mal etwas über „Kommunikation“ auf den Philippinen schreibe. Manch einer denkt sich jetzt vielleicht „Häh?! KOMMUNIKATION?! Was soll das heißen???“ Aber hier habe ich schon einige Male gelernt, dass man nicht überall uaf der Erde genauso kommuniziert wie wir in Deutschland… Die Kommunikation mit den Filipinos kann voller Abenteuer stecken. Es wird einem nie langweilig!

Erst gestern habe ich mich mit Ate Juvel, der Vorschulleiterin unterhalten und gefragt, ob ich morgen nach Cogeo kommen kann, um irgendwie zu helfen. Sie sagt mir dann, dass sie leider definitiv nicht da sein wird, weil sie andere Termine hat, aber es findet ein Projekt statt, bei dem ich mithelfen kann. Heute kam ich dann nach Cogeo und was finde ich vor? (ich muss schon irgendwie, wenn ich nur dran denke, lachen…. J ) Juvel war da und hat so was wie eine Jugendgruppe geleitet ( ich dachte, dass man so was ein wenig früher weiß, dass man mal grad so ne 30köpfige Gruppe unterrichtet?! ^^) und als ich nach dem Prokekt gefragt habe, wurde mir gesagt, dass es vielleicht morgen statt findet. Heute ist etwas anderes dran…“Okay! J Ich kann noch viel Spontanität hier lernen!“ sag ich mir immer wieder, aber ich genieße es immer so richtig! Alles steckt voller Überraschungen!


Das nur als kurze Einleitung.

Aber das Verständnis von Zeit und Terminen kann echt so verschieden wie Tag und Nacht sein. Und dazu noch das, was man sagt und wie man es sagt.

Filipinos sind sehr interessant. Geht es um Familie, wird kein Blatt vor den Mund genommen. Es wird alles mögliche gefragt und auf eine sehr direkte Weiße (, was ungewöhnlich für diese „indirekte“ Kultur ist).

Als ich einmal einer Frau in Cogeo begegnet bin, kamen die typischen ersten Fragen:

1. Wie heißt du?

2. Wie alt bist du?

3. Wo kommst du her?

4. Bist du verheiratet?

5. WARUM NICHT?

Okay, die 5. Frage kam bei mir doch nicht, statt dessen wollte mir dann die Nachbarin ihren ach so netten Sohn „vorstellen (?!)“. Auf einmal kamen immer mehr Frauen und waren ganz aufgeregt darüber, dass ich noch nicht verheiratet war und ich konnte mich noch nicht mal zu Wort melden, um klar zu stellen, dass es da doch jemanden gibt, mit dem ich da gerade eine Beziehung führe, auch wenn wir noch nicht verheiratet sind… J Ein tolles Erlebnis!

Ja, ein gutes Beispiel, um zu zeigen, wie hilfsbereit die Filipinos sind! J Sie sind echt in jedem Bereich so hilfsbereit! Es ist unglaublich! An der Kasse im Supermarket gibt es extra einen Angestellten, der immer die Einkäufe in die Tüten packt, beim Parken gibt es einen netten Ausparkgehilfen und im Schuhgeschäft ziehen dir die Verkäufer die Schuhe an (fast so wie bei Aschenputtel als der Prinz auf der Suche nach seiner Geliebten ist) und es gibt noch so viele andere Beispiele!

Dazu kommt, dass man als Weiße(r) immer noch Komplimente gemacht bekommt. Es vergeht wirklich kein Tag, an dem ich nach Hause komme und einmal nicht ein Kompliment gehört habe. Ich weiß noch, dass einmal die Starbucksverkäuferinnnen zu Kathrin und mir gesagt haben, dass wir so intelligent aussehen?! Als Kathrin gefragt hat, wie sie darauf kommen, meinten sie so viel wie „Ja, ihr seht einfach so intelligent aus, eure hellen Haare und eure schönen Augen!“….

Ach, da fällt mir noch etwas zu dem Thema „Zeitverständnis“ ein…. Am gleichen Abend als wir bei Starbucks waren und in Kathrins Geburtstag etwas reingefeiert haben, waren wir vorher im Kino. Kathrin sagte sie sei eine von diesen Leuten, die immer bis ganz zum Schluss bleiben und deswegen haben wir uns noch den Abspann angeschaut. Allerdings wollte sie dann auch gehen und wir wunderten uns, weshalb denn noch so viele Filipinos einfach ganz entspannt, ohne jegliche Andeutung den Saal zu verlassen, da saßen. Als ich dann nachfragte, wurde uns erklärt, dass der Film jetzt nochmal von vorne anfängt. Das wird so gemacht, damit die Filipinos, die zur philippinischen Zeit kamen (also so ungefähr eine halbe Stunde nach Filmstart) auchnoch den Anfang sehen können…Ist das nicht cool?! J J J Der Wahnsinn!

Zurück zur „Kommunikation“:

Die Filipinos haben eine ganz andere Kultur als wir. Sie kummunizieren sehr indirekt. Das bedeutet, dass die meisten Sachen nicht unter den Menschen besprochen werden, die sie eigentlich betreffen. Angenommen ich habe ein Problem mit Person Z. Dann kann ich hier nicht einfach auf Person Z zugehen und ihr ins Gesicht sagen, womit ich unzufrieden bin. Stattdessen machen die Filipinos es so, dass sie zu Person W gehen. Person W „erhält“ die Kritik und gibt sie an Person X weiter und Person X macht das Gleiche mit Person Y und die ist der eigentliche Überbringer der Botschaft. Der Grund: Hier ist es sehr wichtig, dass niemand bloßgestellt wird oder wie man es auch oft sagt „Sein Gesicht verliert“. Man möchte einder schützen und nicht verletzen. Beziehungen sind wichtiger als Zeit und andere Dinge. Sie werden hier sehr geschätzt und deshalb auch vorsichtig und sorgsam gepflegt. Ich kann nicht beurteilen, ob das jetzt eine Art „Tratschen“ ist oder nicht, aber ich liebe diese Art der Kommunikation mittlerweile. Natürlich ist das nicht gerade der beste Weg in einer Firma gut voranzukommen oder so, aber ich glaube, dass wir im Westen schon oft einfach mal schnell unsere momentanen Gedanken aussprechen, ohne genügend darüber nachzudenken und auch zu überlegen wie wir das ein oder andere unseren Freunden liebevoller beibringen.

Aber wie ich auch schon erwähnt habe, gibt es Sachen, die hier sehr, sehr direkt angesprochen werden…Familie, Geschenke, die man mitbringen sollte oder auch zum Beispiel wie an dem einen Tag als ich nur an wildfremden jungen Männern vorbeigelaufen bin und der letzte nur so ein „SO BIG!“ ausgespuckt hat, was heißen könnte „So groß!“ oder auch „SO DICK!“….Ja, genau, wenn es um die Figur geht, dann kann man ruhig mal ein wenig spaßen J Ist ja auch witzig!

So viel mal wieder so weit!

Es grüßt euch „Schwester Helena“…(ich weiß auch nicht wie die Filipinos darauf kamen mir diesen Titel zu verpassen?! JJJ)