Mittwoch, 30. März 2011

Hallo mal wieder!

NAch langer Zeit melde ich mich mal wieder... Verzeiht!
Ja, jetzt ist BAsti schon seit fast einer Wocher wieder zu Hause und ich kann mich nur bei allen bedanken, die an uns gedacht und für uns gebetet haben! :) Die Zeit hier hätte nicht besser sein können in unseren Augen!
Es stand ja wirklich in den Sternen, ob Basti kommen würde. Ganz egal, ob der Flug gebucht ist oder nicht - bis zu dem Moment als ich ihn in Manila am Flughafen mit eigenen Augen gesehen habe, konnte ich nicht damit rechnen, dass er kommen würde, aber Gott hat es möglich gemacht!








Darüber hinaus geschehen nicht allzu weit weg von den Philippinen riesige Katastophen und große Angst und Panik macht sich breit, aber Basti verlängert trotz allem seinen Aufenthalt hier und es lief alles gut! :)
Einfach nur Staunen!

Ich bin echt sehr, sehr dankbar, dass Basti in den 2 1/2 Wochen, die wir hier zusammen verbringen konnten, so viel gemeinsam erleben konnten, dass er einen serh guten Einblick in meinen Alltag hier auf den Philippinen, in den Slums, bekommen hat und dass er jetzt diese Welt ein Stück weit verstehen gelernt hat.

Durch ihn ist mir auch wieder aufgefallen wie krass diese Welt hier einfach ist! Man gewöhnt sich so schnell an so vieles. Ich weiß nicht, ob das eine allzu gute Eigenschaft ist, aber ich hab mal wieder gemerkt, dass es eben nicht normal ist,
dass die Abgase aus 90 % der Autos schwarz sind,
überall auf den Straßen Müll rumliegt,
man in Fahrzeuge einsteigt, von denen man ganz genau weiß, dass diese noch nie auch nur irgendwie einen TÜV gesehen haben und ihre Fahrer überragend gut darin sind, einem zu vermitteln, dass man eine erste FAhrstunde nochmal mitbekommt ;-),
man stundenlang an Armenvierteln vorbei fährt und dann mal wieder einen neuen 7er BMW oder einen Hummer genau davor parken sieht...

Gestern haben wir bei einem Gebetstreffen auch einen Gebetsspaziergang durch Cogeo gemacht und als wir dann wieder ein bischen mehr die Geschichten von den Menschen kennen gelernt haben, musste ich mal wieder mit den Tränen kämpfen... Wie geht das nur? Das kann doch nur ein schlimmer Traum sein, oder? geht mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich Menschen wie "Simon" kennen lerne, der gerade mal 20 Jahre alt ist und keinerlei Hoffnungen im Leben hat.
Als Jen ihn gefragt hat, was er sich für einen Job wünscht(er hat nämlich keinen) , hat er gesagt, dass es ihm ganz egal ist. Wer würde das bei uns schon sagen? Aber er hat wie so viele andere hier schon erlebt, was es heißt, wenn es eine 2 Klassengesellschaft gibt: die Reichen, die sich Bildung, eine für unsere Begriffe anständige Wohnung mit gestillten Grundbedürfnissen wie Essen, Kleidung... leisten können, die wissen, dass sie Chancen im Leben haben und andere wie Simon, die wissen, dass sie nicht zurSchule gehen können, weil seine Eltern nicht das Geld haben, ihm die Fahrt dorthin oder die nötigen Materialien zu bezahlen, auch haben seine Eltern erst recht dann nicht das Geld, um ihn an eine private Schule gehen zu lassen, wo die Klassen eher 20 - 30 Schüler haben und er auch besser gefördert werden kann, als in einer öffentlichen Schule mit 60-80 Anderen, die gleichzeitig durch einen Lehrer beschäftigt werden.

Da könenn wir echt dankbar sein, dass wir ein so gutes Schulsystem haben! Bei uns habe ich nämlich schon eher das Gefühl, dass wirklich jeder die gleichen Chancen hat.

Als wir dann weitergegangen sind, kamen wir zu einer Familie, bei der der Sohn sehr krank gerade ist. Ich weiß nicht genau, wie die Krankheit heißt, aber er war deswegen schon seit einem Monat nicht mehr in der Schule, weil es ihm so schlecht geht. Die Mutter hat vermutet, dass er die Krankheit von zu vielen Süßigkeiten und so bekommen hat, aber Jen hat mich nachher aufgeklärt, dass das alleine davon kommt, dass man nicht genügend trinkt. Erst recht hier ist es extrem wichtig. Ich trinke fast 4-5 Liter jeden Tag und frage mich immer wieder, wenn ich im Jeepney sitze, wo die Trinkflaschen der ganzen anderen Menschen sind, wenn sie nur ganz kleine Taschen bei sich haben. Ich weiß nicht, ob es sehr schwierig ist, sauberers Wasser zu erhalten, ob es teuer ist oder so, aber es soll wohl auch schon Leute gegeben haben, die hier, in Cogeo, auch diese Krankheit hatten und daran gestorben sind.

Und dann gibt es neben all diesen Geschichten aus den Slums noch Makati. Manchmal braucht es keine langen Beschreibungen, sondern nur eine kurze Geschichte, um Zustände zu beschreiben. Jemand hat wohl mal gesagt, dass die Philippinen der schönste Ort auf der ganzen Welt zum Leben sei. Das kann man nur sagen, wenn man die eigentlichen Philippinen, das wahre Manila nicht gesehen hat. Was man gesehen hat, ist Makati.
Makati ist sehr, sehr gut, um mal etwas zu entspannen. Nicht immer angestarrt und überall angesprochen zu werden, weil man einfach in jedermanns Augen "besonders" ist. Es fehlt mir und vielen anderen hier wirklich auf die Straße zu gehen und einfach ein Niemand zu sein. Ich hab mir mal für ne Sekunde überlegt meine Haare schwarz zu färben, ganz lange Kleidung anzuziehen und eine Sonnenbrille aufzusetzen, aber dennoch würden die Menschen sehen, dass ich einfach eine Ausländerin bin... :)

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