Vor einigen Tagen bin ich mal wieder mit dem Jeepney nach Hause gefahren. Einige der Jeepneys spielen extrem laute Musik und in solch einen bin ich geraten. Auf einmal ertönten die Klänge eines Liedes, das ich schon einige Male zuvor gehört habe, aber das mich nicht so sehr ins Nachdenken gebracht hat wie an diesem Tag.
Das Lied heißt „I wanna be a billionaire!“ (zu deutsch: „Ich möchte ein Milliardär sein!“). Und da der Text in diesem Lied so leicht zu verstehen ist, musste ich irgendwie mehr als sonst darüber nachdenken und viele Bilder von den Dingen, die ich hier schon gesehen und erlebt habe, kamen in mir hoch. Ich musste daran denken, was ich denke, wenn ich diesen Text „I wanna be a billionaire!“ höre, nämlich „lächerlich, albern, uninteressant“. Aber nach all dem, was ich hier schon von den Menschen kennen gelernt habe, bedeutet es für sie etwas ganz anderes. So oft bin ich schon mit Anneke und Tamara durch die Stadt gelaufen und wann immer wir irgendwo eine lange Schlange gesehen haben, war es ein LOTTO Stand.
Es nimmt einen wirklich mit, dass diese Menschen, die doch so schon so wenig haben, noch ihr Letztes durch LOTTO Scheine verlieren. Und so geht es mir auch immer, wenn ich zur Preschool nach Cogeo gehe. Um zur Preschool zu kommen, muss man erst durch den ganzen Slum laufen und da sehen wir jeden Tag wie Mütter und Väter von Kindern, die noch nicht einmal Kleidung am Leibe haben, ihre letzten Groschen beim Pokern verspielen. Alkohol gehört da leider auch immer dazu. Ja, es bricht einem wirklich das Herz, wenn man die Armut an den Kindern sieht. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele nackige Kinder gesehen, wie ich hier schon zu Gesichct bekommen habe. Wenn man im Urlaub mal so ein Kind sieht, schmulnzelt man, aber hier wir dadurch immer wieder die Armut wiedergespiegelt und statt zu schmunzeln, muss man sich die Tränen zurückhalten… Einmal wurde ich sogar gefragt, ob ich beim Pokern mal mitspielen will. Vielleicht haben sich die Frauen dadurch einen etwas größeren Gewinn erhofft – keine Milliarde wie in dem Lied, aber mindestens ein bischen mehr Geld….
Ja, und als ich dann an diesem Tag in diesem Jeepney auf dem Weg nach Hause war und wusste, dass es für mich in ein –für die Verhältnisse hier- großes Haus mit einem –für westliche Verhältnisse- vernünftigen Badezimmer und sauberem Trinkwasser und einem vollen Kühlschrank geht, musste ich nicht mehr lange nachdenken, um festzustellen, dass ich mit Abstand die reichste Person im Jeepney war. Und ich hatte gut lachen, über dieses so „lächerliche Lied“, dass jedoch für die Menschen um mich, die unter Arbeitslosigkeit bzw. ausbeutenden Arbeitsbedingungen, einer korrupten Regierung und einem Leben unter unmenschlichen Bedingungen, die Welt und das ewige Glück bedeutet…

Doch das ist der Grund, warum wir hier sind, um ihnen das wahre Glück in Jesus zu zeigen. Ich hoffe, dass das möglich ist, auch wenn das erste, das sie in uns sehen, Reichtum ist. Eigentlich müssten sie uns dafür verachten, dass wir ein so viel besseres Leben als sie führen dürfen. Doch statt das zu tun, werden wir, wo auch immer wir sind, bevorzugt und genießen besonderes Ansehen. Weiße Haut ist hier einfach total begehrt (das ist der Grund für das Seifensortiment, dass zu ca. 90 % aus Hautweißmachern besteht) und blaue Augen und blonde Haare einfach nirgends echt anzufinden und deswegen eine echte Sensation.
Ich hoffe, dass dieses besondere Aufmerksamkeit, die wir erlangen, dazu genutzt wird, auf einander zu zugehen, einander besser kennen zu lernen und gegenseitig zu helfen.
Some time ago I’ve taken the jeepney back home from Cogeo. As always the jeepney driver has turned on extremly loud music. And one song he played was “I wanna be a billionaire!”. Acctually I already have heard this song before. But this time I listened to it in another way. I watched the people sitting around me and have had this main phrase of the song in mind “I wanna be a billionaire!”. For me it was just something to smile about because becoming a billionaire seems so redicilous in my mind. But since I am here I noticed that Filipinos I’ve seen really believe in it. They face unemployment or unfair working conditions, corruption of the government and have to live under unhuman conditions. This is the reason for this huge line in front of every LOTTO place

and all the people sitting around with their friends, family members and neighbours to gamble and enjoy drinking alcohol while their children need to spend time outside without being covered by any cloth. But instead of becoming a little richer (sorry, for using the word “rich” that is absolutly wrong) they have less to live from and their suffering increases.

I really hope and pray that God works through us and gives them new hope, joy and a new life, so that they don’t need to believe in becoming a billionaire but a child of God who is even richer than a billionaire can ever be!