Ein wirklich besonderer Tag in meinem Leben ging vorgestern zu Ende…
Ich bin morgens aufgestanden und mir ging es einfach schlecht. Das Leben rund um die Uhr mit Menschen zu teilen, die man sich nicht ausgesucht hat, die irgendwie noch immer fremd für einen sind und so anders sind, bringt viele Probleme, Herausforderungen, Spannungen mit sich… Oft fehlte mir die richtige Beschreibung wie das denn wirklich so ist. Mittlerweileglaube ich zu wissen, wie es ist, wenn man sich in dem BIG BROTHER Container befindet… Denn so war und ist es auch noch manchmal hier bei uns. Ich lebe mit Anneke und Tamara rund um die Uhr zusammen. Wir sind 24 Stunden wie an einander gekettet. Ich weiß mittlerweile mehr über sie, als vielleicht über manche beste Freunde, weil ich sie einfach ständig um mich rum habe. Ich weiß wie sie im Schlaf liegen, was sie zum Frühstück essen, wie viel sie am Tag trinken, wie sie schwitzen, riechen, was sie zu welcher Uhrzeit am Tag machen und vieles mehr. Manchmal weiß man so viel noch nicht einmal über die eigenen Geschwister, obwohl man mit diesen schon sein ganzes Leben zusammen war! Ja, und das ist ganz schön anstrengend! Nirgends ist ein Platz, an dem man einmal GANZ für sich ist. Überall ist was los und wenn wir aus der Preschool wieder kommen, wird es schnell dunkel, so dass es nicht besonders ratsam ist, als weißes junges Mädel mit mittelblonden Haaren und blauen Augen alleine raus zu gehen… Nirgends ist richtig Ruhe – einfach nirgends. Das macht einem wirklich schwer zu schaffen… Doch in der letzten Zeit haben wir uns an einander gewöhnt, das heißt wir haben gelernt einfach vernünftig Probleme anzusprechen und aus dem Weg zu schaffen, da wir alle ein friedliches Zusammenleben wollen. Oft stehe ich jetzt morgens gegen 5/6 Uhr auf, um mehr Ruhe zu haben, (einmal sogar schon im halb 5 !!!) mehr für mich und mit Gott zu sein und einfach nur noch ein paar Geräusche im Hintergrund zu haben (Autos, verrückte Katzen, unseren bellenden Hund, landende Flugzeuge, Trycicles…). Aber ich bin wirklich sehr dankbar, dass wir hier aufeinander gestoßen sind! Ich habe schon so viel von ihnen gelernt und aus ihrem Leben mitbekommen. Ich möchte das alles, was bis jetzt war, nicht missen, weil ich dadurch einfach sehr viel gelernt habe.
Jetzt zu gestern: ich bin aufgestanden und ich hatte keinen Frieden in meinem Herzen. Der Grund war einfach, dass es mal wieder viele Dinge gab, die für Unstimmigkeiten gesorgt haben und mich sehr herausforderten… Ich hab den Abend davor, bevor ich schlafen ging, noch dafür gebetet, dass Gott uns hilft und uns Frieden gibt, aber diese Probleme haben mich so sehr beschäftigt, dass ich mich eigentlich noch nicht einmal gut auf das Gebet konzentrieren konnte…Und gestern haben wir 3 Manila verlassen, weil wir nach Calapan (Hauptstadt der Nachbarinsel Mindoro) gefahren sind, um hier für einige Tage über das Gästehaus von OMF zu wachen, damit die eigentlichen Hauseltern die Möglichkeit haben, ein wichtiges Seminar zu besuchen. Ich war sogar kurz davor, zu sagen, dass ich nicht mitkomme, weil ich dachte, dass es vielleicht besser so ist. Jedenfalls bin ich dann doch mitgekommen. Anneke, Tamara und ich haben uns auf den Weg gemacht und von einen auf den anderen Moment war dieses große, so starke Problem einfach wie vom Erdboden verschluckt! Einfach weg! Das war echt toll. Gott hat einfach für Frieden bei uns gesorgt. Was auch noch total stark war, war, dass Gott dieses Thema noch 2 Mal an demselben Tag bei mir angesprochen hat. Zum einen habe ich mir eine Predigt aus Deutschland auf meinem mp3- Player angehört, in der es darum geht und abends war ich in einer Jugendstunde von den Jugendlichen hier in Calapan und was war das Thema? Liebe! Liebe deine Feinde. Okay, Feinde ist auf jeden Fall nicht das richtige Wort in unserer Beziehung, aber wenn man es als „Liebe für die Menschen, die schwerer zu lieben sind“ bezeichnet, stimmt es wohl eher! Und genau nach der Andacht in der Jugendgruppe werde ausgerechnet ich gefragt, ob ich der Jugendgruppe ein Erlebnis zu diesem Thema mitteilen möchte. Da war mir natürlich nur dieses eine Erlebnis vor Augen, das ich dann den Jugendlichen erzählt habe.
Living with people together that you haven’t chosen and still don’t know really well can be so hard. Tamara, Anneke and me still find it extremely challenging for each of us. I think a good comparison would be BIG BROTHER. As they we are 24 hours a day together and then problems appear… Even Christians as us at the age of 19, 20 and 22 honestly need to confess that we are not as strong as we thought we would or could be… But now we really experience the strong power of the lord which is amazing! Just yesterday I felt so bad because I haven’t had peace in my heart. There have been too many things that bothered me. I think I never have been so unhappy and discouraged because of problems with other people and I tried to pray for that but I couldn’t get off of it. I couldn’t concentrate on Jesus in prayer. Nevertheless Jesus suddenly has made this problem disappear.. I can’t understand how but it just went and has made me so happy! Thank you so much God!
Vorgestern als wir dann hier im Calapan Center angekommen sind, haben wir ein Ehepaar auf der Veranda sitzen sehen und als wir dann die Hauseltern gefragt haben, wer die 2 sind, haben sie uns einfach gesagt, dass die 2 Reisende aus der Schweiz sind. Wir gingen dann zu den beiden, haben uns vorgestellt und ein wenig in deutsch unterhalten. Sie haben uns dann erzählt, dass sie seit 26 Jahren ununterbrochen mit ihrem Toyota Landrover (oder so was) durch die Welt reisen. Ja, uns sind erstmal die Augen aus dem Kopf gefallen. Als ich dann sagte „Ja, dafür könntet ihr ja im Guiness Buch der Rekorde stehen!“ , haben sie nur gesagt, dass sie da auch wirklich dirn stehen und uns Ausschnitte, Zeitungsartikel und co. gezeigt! Das war schon krass… Also, ihre Namen sind Liliiana und Emil Schmid. Auch besonders war, die Art, wie sie dann hier, in einem christlichen Gästehaus gelandet sind… Sie haben eine der Fähren genommen und sind dann hier gelandet, obwohl sie ganz wo anders hinwollten. Das hört sich vielleicht gar nicht so besonders an, aber man muss bedenken, dass sie ja Profis sind und schon durch fast 200 Länder gereist sind! Und dann treffen sie ausgerechnet einen OMF Mitarbeiter aus der Schweiz, der sie anspricht und einlädt hier bei uns für ein paar Tage zu wohnen. Als sie uns dann von ihren Abenteuern erzählten, haben wir auch versucht mit ihnen ein wenig über das Thema Glauben und Gott ins Gespräch zu kommen. Das war sehr schön und gestern, als sie wieder weiterzogen, haben wir noch für sie gebetet und wir haben ihnen meine deutsche Bibel mit einem Lesezeichen von Anneke geschenkt. Schön ist, dass sie gesagt haben, dass sie nie etwas wegschmeißen! J Möge Gott die zwei bewahren!
Yesterday Tamara, Anneke and me left for Calapan to run the OMF Guesthouse over there. When we arrived we’ve met an none Christian couple from Switzerland there. And we were totally surprised how they have come to OMF. They told us that they actually wanted to go to a absolute different place but somehow they’ve landed in Calapan and then they have met one OMF staff member who is also from Switzerland. He invited them to stay at our place and they have said agreed. And guess what they have told us? They are already for 26 YEARS on journey and have travelled over 180 countries! That’s the reason they are in the Guiness Book of World records. And we meet them?! So we dicided to talk with them about God and faith. So we did and have had a good conversation. Sadly they already needed to leave for the place they actually wanted to go today. Because of that we haven’T had lots of time together but we prayed with them in the end and have given them a german bible. Even though they said that Calapan was the wrong place for them because they planned to go some where else we know that God has sent them to us and we pray that God blesses their lives!
Und heute waren Tamara und ich bei den Jugendlichen, um mit ihnen Gottesdienst zu feiern. Wir kamen um 9:15 Uhr bei ihnen an und dachten, dass wir sicherlich um halb 11 wieder zurück im OMF Center sind. Von wegen! Gegen viertel nach 12 haben wir wieder unser zu Hause betreten und mussten nur daran denken, dass ein 3 stündiger Gottesdienst bei uns wirklich nicht möglich ist! ;) Der Gottesdienst war wirklich unglaublich schön für uns! Es ist beeindruckend, wie diese Teens Gott loben und preisen in ihren so schwierigen Lebenssituationen! Wir haben Geschichten von Geschwistern gehört, die von zu Hause weggelaufen sind, Väter, die dem Alkohol verfallen sind und vielen anderen Problemen. Doch anstatt zu klagen, Gott zu beschuldigen und sich von ihm abzuwenden, danken die Jugendlichen, dafür, dass sie schon jetzt wissen, dass dieser Bruder, der von zu Hause weggelaufen ist, wieder zurück kommen wird und der Vater, der trinkt, dass er noch nicht krank ist. Ein Junge hat Gott dafür gepriesen, dass sein Vater, der einen schlimmen Motorradunfall hatte, gesund genug war, ein Glas nach ihm zu werden und dass er im richtigen Moment seinen Arm vor sein Gesicht gehalten hat, so dass er nicht ernsthaft verletzt wurde… einfach unglaublich!
Today Tamara and me visited the service of the youth here in Calapan. Expecting that we would be back around half past 10 when we leave at 9:15 was absolutely impossible. Guess when we came back? Around 12:15 !!! ;) I really like that for them time doesn’t play an important role. What is important is just being together and share God’s word for us! And I even couldn’t stop wondering what live is like for these Teenage girls and boys… When we have had the part to praise God they told us about siblings who left their homes, fathers who are addicted to alcohol and even more … But they aren’T mad or angry with God! Instead of this they praise him that they already know that God will bring this sibling back home and they are thankful that this father is not sick yet. One boy also shared that his father has had a bad accident and he praises God that his father is already strong enough to through a glass after him and he is so thankful that this glass hasn’T hit his face bit his arm! What can we say when we hear stories like these from young believers at the age of 13, 14 or 15 who live with non believing parents that don’T want them to go to our church and stay in contact with God? I don’T know what to say. I just know that they can teach me what true faith is…